Gnostische Totenmesse

Zu Ehren von Walter Englert

Am 29. Mai 2011 christlicher Zeitrechnung verstarb mit Walter Englert ein langjähriger Freund von uns im Alter von 87 Jahren. Wir gedachten im Rahmen einer Missa Sinistra zu Samhain in der Nacht vom 31.10.2011 auf 1.11.2011 seiner Lebenszeit auf Erden.

Persönlich lernte ich Walter Englert im Jahre 2001 in seinem "Buch- und Kräuterhaus Occulta" in Frankfurt am Main kennen. Mit seiner herzlichen und weltoffenen Art hat er nicht nur mich, sondern ausnahmslos alle Besucher des I.N.S. im Verlauf der Jahre für sich eingenommen und lebhaft davon überzeugt, dass die alte Fraternitas Saturni unter Gregorius, der er angehörte, luziferianischen Ideen verpflichtet war. Walter Englert war einer der wenigen Okkultisten seiner Generation in Deutschland, die keinerlei Berührungsängste gegenüber Satanismus kannten, und so waren auch die Veröffentlichungen des I.N.S. bei ihm 10 Jahre in seinem breitgefächerten okkulten Sortiment in der Adalbertstrasse vertreten. Daneben war er als absoluter Kenner im Bereich der Räuchermittel, die er ebenfalls verkaufte, immer wieder ein gefragter Experte.

Walter Englert, geboren am 16.3.1924, war ein Okkultist mit Leib und Seele. Als er im Jahre 1955 Eugen Grosche alias Gregor A. Gregorius und dessen Fraternitas Saturni kennenlernte, veränderte das sein Leben nachhaltig. Er erwarb unter dem Logennamen "Ptahhotep" die freimaurerischen Logengrade der alten FS bis zum Rittergrad "Gradus Pentalphae" (18°) im Jahre 1963.
Nach dem Tod von Großmeister Gregorius im Jahre 1964 und dem Zerfall seiner Fraternitas Saturni steht Walter Englert mit dem Schweizer Ordo Templi Orientis von Hermann Joseph Metzger in Verbindung. In Zürich heiratet er auch im gleichen Jahr seine Frau Uta, die später mit ihm gemeinsam das Buch- und Kräuterhaus mit Drogeriebereich in Frankfurt betreiben sollte.
Nachdem er 1965 von Metzgers O.T.O. in den X° für Deutschland eingesetzt wird, gründet er am 11.11.1966 als Meister vom Stuhl mit H. J. Metzger die Frankfurter Loge "Freiherr Adolf von Knigge", die sich 1968 vom Schweizer O.T.O. unabhängig erklärt und zu seinem Illuminaten-Orden/O.T.O. umgewandelt wird. Im Illuminaten-Orden, den er bis zu seinem Tode 2011 leitet und in dem er den Logennamen "Telepharos" trägt, fließen Lehren des O.T.O. und der Gnosis gleichermaßen ein. Wer Genaueres kennenlernen möchte, kann sich auf die Suche nach Englerts antiquarischer Zeitschrift "Der Illuminat" machen.

Und so soll das Schlusswort seinem Namensgeber in der alten Saturnloge von Gregorius gehören, dem altägyptischen Wesir und Stadtverwalter Ptahhotep, der in seiner Weisheitslehre vor 4000 Jahren schreibt:
Folge deinem Herzen, solange du lebst, und tue nicht mehr, als notwendig ist.
Vermindere nicht die Zeit, in der du deinem Wunsche folgst.
Auch der Besitz dessen wächst, der seinem Wunsche folgt.
Vollkommenen Wohlstand gibt es nicht, wenn er ihn ablehnt.

In Nomine Satanas
Mgstr. Scheremael